Georgios Papandreou ist der Wahlsieger
Die Panhellenische Sozialistische Bewegung PASOK unter dem bisherigen Oppositionsführer Georgios Papandreou ist der große Sieger der Parlamentswahlen vom 4. Oktober 2009 in Griechenland. Sie kam auf einen Stimmenanteil von 43,92% (2007: 38,1%) und erhält damit 160 Mandate in dem 300 Sitze umfassenden Parlament in Athen. Die bisher regierende Partei Nea Dimokratia von Ministerpräsident Kostas Karamanlis kam auf 33,48 % (2007: 41,8%) und 91 Sitze.
Der Wahlsieger Georgios Papandreou ist am 6.10.09 vereidigt worden. Am Vortag hatte er von Staatspräsident Karolos Papoulias den Auftrag erhalten, sein Kabinett innerhalb von drei Tagen zusammenzustellen.
Papandreou ist der dritte PASOK-Regierungschef seit der Wiederherstellung der Demokratie in Griechenland im Jahre 1974, nach seinem Vater Andreas Papandreou, dem PASOK-Gründer und dessen Nachfolger Kostas Simitis.
Den Einzug ins Parlament schafften auch die Kommunistische Partei Griechenlands KKE (7,54% und 21 Mandate), die Orthodoxe –Völkische Gesamtbewegung LAOS (5,63 und 15 Mandate) und das Bündnis der Radikalen Linken SYRIZA (4,60% und 13 Mandate). Die Grünen verpassten mit 2,53% den Einzug ins Parlament wegen der Drei-Prozent-Hürde. Die Wahlbeteiligung lag bei 70,92%.
Nach seinem Sieg sagte Papandreou u.a. „Wir stehen vereint vor der großen Verantwortung, die ich übernehme. Wir rufen die Griechen auf, ihre Kräfte zu bündeln. Wir wissen dass wir erfolgreich sein werden. Mit gemeinsamen Bemühungen werden wir in der Lage sein die Probleme des Landes zu lösen. Dabei gelte es keinen Tag zu verlieren!“
Zu den ersten Gratulanten des Wahlsiegers vom 4.10. gehörte der amerikanische Präsident Barack Obama, der kurz nach Bekanntgabe des vorläufigen Endergebnisses Georgios Papandreou telefonisch gratulierte.
Die neue Regierung wurde am 7. Oktober 2009 vereidigt.
Georgios Papandreou
Georgios A. Papandreou ist am 16. Juni 1952 in St. Paul, Minnesota, USA geboren. Er besuchte die Grund- und Hauptschule in Kanada, Schweden, den USA und Griechenland und studierte anschließend Soziologie an der Universität Stockholm, der London School of Economics und am Amherst College in den USA. 1981 begann er seine politische Karriere als Parlamentsabgeordneter der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (PASOK), dessen Vorsitzender er seit Februar 2004 ist.
Er bekleidete zwischen 1985 und 2004 mehrere Ministerposten in den Regierungen seines Vaters Andreas Papandreou und in der Regierung von Kostas Simitis: er war u.a. Erziehungsminister (1988-1989 und 1994-1996) und stellvertretender Außenminister (1993-1994 und 1996-1999) Zwischen 1999 und 2004 war er griechischer Außenminister.
Zwischen 1992 und 1993 war er zudem Fellow am Zentrum für internationale Angelegenheiten an der Harvard Universität.
Wegen seiner Bemühungen um die Beziehungen zur Türkei während seiner Zeit als Außenminister wurde er von der europäischen Zeitung „European Voice“ 2003 zum „Diplomaten des Jahres“ ernannt.
Seit 2006 ist er Präsident der Sozialistischen Internationale.
Er ist verheiratet und Vater von zwei Kindern (27 und 19 Jahre). Neben Griechisch spricht er Englisch und Schwedisch.
