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Freitag, 30.07.2010

Die Olympischen Sommerspiele in Athen 2004

 
  Entstehung und Geschichte

Mit den Sommerspielen 2004 kehrte die olympische Idee zu ihren Wurzeln zurück. Im April 1896 waren in Athen die ersten olympischen Wettkämpfe der Neuzeit ausgetragen worden, anderthalb Jahrtausende nach den letzten Spielen der Antike. Der französische Baron Pierre de Coubertin, ein weltgewandter Humanist, hatte auf dem Pariser Kongress für Leibesübungen im Juni 1894 die olympische Bewegung wiederbelebt, und bereits 2 Jahre später stritten 245 Männer in neuen Sportarten um die ersten Olympiasiege. Zur Eröffnungsfeier strömten 77 000 Zuschauer ins neue, aus Marmor erbaute Stadion, unter ihnen der griechische König Georg I. als Schirmherr.

Trotz der gelungenen Premiere schien Coubertins Idee zu scheitern: 1900 in Paris und 1904 in St. Louis waren die Spiele ungeliebte Anhängsel der Weltausstellung, chaotisch aufgezogen und auf etwa 160 Tage gestreckt. Erst 1912 in Stockholm gelang es, Olympia als eigenständiges Ereignis zu etablieren. Die sportbegeisterten Schweden stellten schon ein Jahr vorher ein verbindliches Programm auf und organisierten Spiele der kurzen Wege. Erstmals starteten Athleten aus allen fünf Kontinenten, zudem setzte das Debüt von Schwimmerinnen einen Meilenstein für die Anerkennung des Frauensports.

  Athen 2004

Vom 13.-29. August 2004 wurden nach 108 Jahren die Olympischen Spiele wieder in Griechenland, ihrem Herkunftsland, beherbergt. Die 28. Olympischen Spiele in Athen haben mit aller Deutlichkeit bewiesen, dass auch ein kleines Land in der Lage ist, großartige Spiele zu veranstalten.

Eine Erfolgsstory, die durch einen großen organisatorischen Ehrgeiz gekennzeichnet ist: Die 28. Olympiade 2004 hatte die bis jetzt größte Teilnehmerzahl in der Geschichte der modernen Olympischen Spiele: insgesamt 11.099 Sportler mit Begleitung von 5.500 Sportfunktionären aus 202 Nationalen Olympischen Komitees nahmen an den Wettkämpfen teil. Die Olympische Flamme hat zum ersten Mal alle Kontinente und alle ehemaligen Gastgeberstätten der Olympischen Sommerspiele erreicht. Neu ist übrigens auch, dass Kugelstoßen nach 1611 Jahren, wieder im Stadion der antiken Olympia stattgefunden hat, wo die Olympischen Spiele des Altertums ausgetragen wurden.

Neben einer hohen Besucheranzahl (ca. 3,6 Mio. verkaufte Karten) haben nahezu 4 Mrd. Fernseherzuschauer weltweit die Olympischen Spiele verfolgt. Das Interesse der Zuschauer hat in Europa etwa um 50% in Vergleich zu den früheren Olympiaden zugenommen. Die Medien wurden von mehr als 21.500 Journalisten, Berichterstatter und Moderatoren vertreten. Die Ausstrahlung der Spiele brachte Einkünfte in Höhe von 1,5 Mrd Euro, 49% des Betrages erhielt das Internationale Olympische Komitee.
Die Gesamtkosten der 28. Olympischen Spiele betragen etwa 8,95 Mrd Euro, laut der Schätzung des griechischen Finanzministers, Giorgos Alogoskoufis. Diese Summe beinhaltet u.a. Ausgaben des Organisationskomitees (1,7 Mrd Euro) aber auch Infrastrukturausgaben (ca. 1 Mrd).
Allein die Sicherheitsmaßnahmen für prominente Gäste, Athleten und Zuschauer kosteten 1,2 Mrd Euro. "Safety first" war in Griechenland während der Olympiade angesagt, wobei die zuständigen Stellen weder Kosten noch Mühen scheuten. Sogar die NATO wurde zu Rate gezogen und brachte einen hochmodernen Zeppelin zwecks Luftüberwachung zum Einsatz.

Im gesamten Budget der 28. Olympiade sind allerdings die Ausgaben zur Aufbesserung der Athener Nahverkehrssysteme nicht enthalten, deren Kosten die Summe von 1 Mrd. Euro überschreitet und die von der EU mitfinanziert wurden. Dieses Mal wurde die Sponsorenzahl erheblich begrenzt (etwa um die Hälfte im Vergleich zu vorherigen Olympiaden), um die Kommerzialisierung der Olympischen Spiele möglichst einzuschränken.

Neben der gezogenen wirtschaftlichen Bilanz, kam nicht zuletzt die Bedeutung der 28.Olympiade für den weiteren Aufschwung Griechenlands ans Licht. Im Rahmen einer Konferenz der Organisation "Sport Cultura" in Barcelona, Mitte November 2004, stellte das Athens 2004-Komitee seine Erfahrungen aus der Organisation und Durchführung der Olympi-schen Spiele vor. In ihrer Rede äußerte sich Frau Janna Angelopoulou-Daskalaki, die den Preis "Achiever of the Year 2004" - Führungs-Persönlichkeit des Jahres 2004 - von der Zeitung European Voice erhalten hat, zu den Chancen, aus denen das Land in Zukunft profitieren kann: "Wie auch in Barcelona haben die Olympischen Spiele von Athen als Beschleuniger für die Aufbesserung der Infrastruktur, für die Ausbildung und die Vermittlung von Fachwissen an tausender junger Menschen gewirkt. Diese Spiele zeigten vor der ganzen Welt, sowohl die lange Geschichte Griechenlands als auch ihr modernes Gesicht. Was allerdings nun besondere Bedeutung hat, ist, das Vermächtnis der Olympiade möglichst effektiv zu vermarkten, welches im Falle Barcelonas erreicht wurde, denn es ist heute eins der beliebtesten Reiseziele."

Griechenland hat die Austragung der Spiele zum Anlass genommen, in wenigen Jahren im Stile eines Herkules das nachzuholen, was über Jahrzehnte versäumt worden war. Auch hat sich das Erscheinungsbild der Stadt verschönert, - selbst in dem vielerorts grauen Häusermeer setzten sich schöne Inseln urbanen Lebens durch. Lang vernachlässigte Stadtteile wurden wegen der Olympiade wiederbelebt, wie Psyrri am Ende der Ermou-Strasse. Nicht zuletzt ist die Luft heute sauberer, sowie in wenigen anderen Großstädten, und der Verkehr fließt besser denn je. Viele Projekte, die anlässlich der Olympischen Spiele fertig gestellt
wurden, hatten den Athenern das Leben erleichtert.

Mit einem neuen, modernen Flughafen, mit einer archäologisch bestückten Metro, weitläufigen Fußgängerzonen, der Harmonisierung der antiken Wege um die Akropolis herum, einer Ringautobahn, der Renovierung zahlreicher klassizistischer Gebäude und viele anderen Maßnahmen, die auch nach den Olympischen Spielen ihre Bedeutung beibehalten werden, hat Athen eine (seit langem überfällige) gründliche Erneuerung und glanzvolle Aufpolierung erfahren, welche auch die Hoffnung auf einen großen Aufschwung im Tourismusgeschäft nährt.

Attraktiv ist Athen auch wegen der Naherholungsgebiete. Von jedem Punkt der Stadt erreicht man nun in 45´ einen nahe gelegenen Strand. Alle diese Strände sind wieder sauber, seit in den vergangenen Jahren überall moderne Kläranlagen gebaut worden sind. Man sieht wieder Delphine im Saronischen Golf, und Griechenland erhält heute die meisten Auszeichnungen der EU für "blaue Strände". Sogar die Eulen, die die Stadt längst verlassen hatten, kehren jetzt wieder an den Hang der Akropolis zurück. Das olympische Feuer in Athen ist erloschen. In drei Jahren wird es in Peking neu entfacht. Wir geben die Fackel an die große Kulturnation China weiter und wünschen ihr Alles Gute.

  Die olympischen Sportstätten in Athen 

In Athen und in der umgebenden Region Attika wurde der Hauptteil der Olympischen Spiele 2004 in 30 Sportstätten ausgetragen. (Die Vorentscheidungsspiele im Fußball haben in vier Großstädten Griechenlands und der Kugelwurf in Olympia stattgefunden.) Unter den Bau- und Sanierungsprojekten in Bezug auf diese Sportanlagen machen die herausragenden Dachdecker des Athener Olympiastadions die anspruchsvollste Architekturarbeit aus. Das vom spanischen Architekten Santiago Calatrava entworfene Dach hat der Beschattung von 74.000 Zuschauern gedient. Die 18 000 Tonnen schwere Konstruktion widersteht Erdbeben bis zu acht Stärken auf der Richterskala und Windstärken bis zu 120 km/h. Das Dach verfügt über 2.500 Spotlights, die während der Spiele 5.000 Kilowatt Energie verbraucht haben - genauso viel Energie, wie der gesamte Athener Flughafen pro Tag benötigt.

  Die zukünftige Nutzung der Olympischen Sportstätten

"Hauptziel der zukünftigen Nutzung der Olympischen Sportstätten ist die optimale Vermarktung des Bildes unseres Landes im Ausland, damit Attika ein attraktives touristisches Ziel das ganze Jahr hindurch wird", sagte am 08.12.2004 Kostas Karamanlis anlässlich einer Pressekonferenz über die zukünftige und nachhaltige Nutzung der aufwändigen Sportanlagen.
"Die Olympischen Sportstätten", fügte er hinzu, "sind für Griechenland nicht nur ein wirtschaftliches Kapital, sondern und vor allem eine soziale und eine kulturelle Investition".
Der griechische Premierminister betonte, dass keine der Olympischen Sportstätten an private Unternehmer verkauft werden, sie werden jedoch künftig unter Einbeziehung privater Personen und Einrichtungen verwaltet werden.

Die griechische Vize-Kultusministerin Frau Palli-Petralia präsentierte das Projekt der Regierung, welches die künftige Nutzung der Olympischen Sportstätten in einer ersten Planung darstellt:
Das Olympische Stadion (OAKA) wird weiterhin für athletische Zwecke benutzt, wobei der Besucher die Möglichkeit hat, einen Rundgang zu tätigen und die Sportstätten zu besichtigen.
Das Ellinikon Zentrum (ehemals Athener-Flughafen) wird zu einer Grünanlage mit Spielplätzen und diversen anderen Freizeitmöglichkeiten umgestaltet, wobei die Sportstätten für kulturelle Zwecke freigegeben werden.

Die Internationale Rundfunkzentrale wird Das Museum der 28. Olympischen Spiele beherbergen, wobei das Pressezentrum zum Ministerium für Planung und Infrastruktur umgestaltet wird.
Die Sportstätten in Schinias, unweit von Marathon, werden zu einer Ökologischen Parkanlage, wobei künftig auch Regatta-Wettkämpfe veranstaltet werden.
Die Sportstätten in Ano Liosia bieten die Möglichkeit, ein Kulturzentrum und das Griechische Digitalmuseum einzurichten. Die Olympischen Sportstätten in Nikea, Galatsi und Markopoulo werden weiterhin für athletische Zwecke benutzt. Die Olympischen Sportstätten in anderen griechischen Städten, wie beispielsweise auf Kreta, in Volos und in Patras, werden für multikulturelle Veranstaltungen genutzt.

  Die  internationale Resonanz der 28. Olympischen Sommerspiele
   Athen 2004 


Nachhaltig hat die erfolgreiche Durchführung der Olympischen Spiele das internationale Bild Griechenlands aufpoliert. Laut der Ergebnisse einer internationalen Umfrage der renommierten Institute MRB und VPRC gilt Griechenland als "sicheres Reiseziel", ein "modernes europäisches Land", das "technisch ausgezeichnete Spiele in einer menschlichen Dimension" organisierte. Aus der Umfrage, die im letzten September in fünf großen Ländern (Vereinigte Staaten, Spanien, Deutschland, Großbritannien und Frankreich) im Auftrag von Athens 2004 durchgeführt wurde, tritt eine sehr positive Resonanz in Bezug auf Griechenland als Austragungsort der Olympischen Spiele 2004 hervor.


Die Ergebnisse zeigen, dass das Land als Organisationsträger der Olympischen Spiele einen positiven Eindruck ("positive Gefühle") unter der Mehrheit der Befragten hinterlassen hat. 49,2% der Europäer und 38,7% der US-Amerikaner haben den Wunsch geäußert, in der nächsten Zeit Griechenland zu besuchen. Somit rangiert Griechenland an zweiter Stelle in der Liste der Wunsch-Reiseländer.
Die Befragten haben mit sehr großem Interesse (46,1% in Europa und 36,5% in den USA), die Olympischen Spiele auch durch Medien und Werbung verfolgt. Unter den deutschen Befragten steigt diese Zahl auf 58%.
44% der Europäer und 59,3% der US-Amerikaner betrachten die Olympischen Spiele 2004 als "sehr erfolgreich". Ein Durchschnitt von 40% der Befragten meinte sogar, diese Spiele seien die am besten organisierten Spiele der modernen Geschichte gewesen.


Mehr zu den Ergebnissen der Umfrage finden Sie unter www.athens2004.com/en/LatestNews/.

 
  Paralympische Spiele -   Leistungsbereitschaft und Fairplay in einem   begeisternden Sportereignis


ATHEN 2004 war das erste Organisationskomitee, das gleichzeitig Olympische und Paralympische Spiele organisierte.
Die XII. Paralympischen Spiele, die vom 17.- 28. September 2004 in Athen stattfanden, sind durch die größte Teilnahme (136 Nationalkomitees) und viele neue Weltrekorde gekennzeichnet. Um eine möglichst große Teilnahme zu ermöglichen, wurde - zum ersten Mal in der Geschichte der Paralympischen Spiele- die Teilnehmergebühr abgeschafft. Unter dem Motto des Internationalen Paralympischen Komitees "Geist, Körper, Seele" haben die Sportler in Athen in 19 verschiedenen Sportarten und in über 500 Einzelwettbewerben ihre Wettkämpfe bestritten. Nicht zuletzt war diesmal ein zunehmendes, reges Interesse des Publikums und der Medien an den Paralympics festzustellen: In Athen waren bei den Spielen 50 Fernseher- und Rundfunksender (ein neuer Rekord) anwesend. Außerdem betrug die Zuschaueranzahl über 800.000, was auch die Erwartungen der Organisatoren selbst weit überschritten hat.
Dazu äußerte sich Phil Craven, der Präsident des Internationalen Paralympischen Komitees: "Ich habe ein sehr gutes Gefühl. Ich war vor wenigen Wochen in Athen und kenne das schöne, neue Stadion, die Transportsituation und die Stadt. Ich sehe das mit sehr positiver Einstellung. ...Vielleicht wird Athen ein zweites Barcelona."

 

  Das Internationale Olympische Waffenstillstandszentrum


Im Juli 2000 hat das Internationale Olympische Komitee die Internationale Olympische Gesellschaft für den Waffenstillstand und das Internationale Olympische Waffenstillstandszentrum aus der Taufe gehoben - allesamt neue Instrumente des Friedens in unseren Zeiten.
Der Auftrag der Internationalen Olympischen Gesellschaft für den Waffenstillstand besteht darin, die Olympischen Ideale zuverbreiten, dem Frieden zu dienen sowie Freundschaft und Internationale gegenseitige Achtung zu fördern. Das Internationale Olympische Waffenstillstandszentrum ist dazu bestimmt, das notwendige und einschlägige Stützwerk für die Einhaltung des Olympischen Waffenstillstandes zu schaffen sowie ein Kultur des Friedens weltweit zu fördern.


  Der Olympische Fackellauf 2004


Der Olympische Fackellauf von ATHEN 2004 war der erste wahrhaft globale Olympische Fackellauf.
Die Olympische Flamme besuchte zum ersten Mal alle Kontinente, welche die fünf olympischen Ringe darstellen (Australien, Asien, Afrika, Amerika und Europa), sowie alle ehemaligen Gastgeberstädte der Olympischen Sommerspiele. Die Anzahl betrug weltweit 10.000 Fackelträger. Im Juni 2004 hat die Olympische Flamme die ehemaligen deutschen Olympiastädte München (29.06) und Berlin (30.06) erreicht.
it sehr großem Interesse (46,1% in Europa und 36,5% in den USA), die Olympischen Spiele auch durch Medien und Werbung verfolgt. Unter den deutschen Befragten steigt diese Zahl auf 58%.
44% der Europäer und 59,3% der US-Amerikaner betrachten die Olympischen Spiele 2004 als "sehr erfolgreich". Ein Durchschnitt von 40% der Befragten meinte sogar, diese Spiele seien die am besten organisierten Spiele der modernen Geschichte gewesen.


Mehr zu den Ergebnissen der Umfrage finden Sie unter www.athens2004.com/en/LatestNews/.