Verband der Griechischen Gemeinden in der Bundesrepublik Deutschland
Der Verband der Griechischen Gemeinden e.V., der 1965 in Stuttgart gegründet wurde, ist der Dachverband fast aller in der Bundesrepublik existierenden Griechischen Gemeinden.
Die Griechische Gemeinde versteht sich als ein freiwilliger Zusammenschluss von volljährigen GriechInnen oder mit GriechInnen Verheirateten. Der Verband, folgend hier OEK genannt, erkennt örtlich nur eine Gemeinde an, deren Ziele mit denen der OEK übereinstimmen. Und dies, um eine Zersplitterung nicht zu erleichtern und die Gemeinden zur einer starker Präsenz zu verhelfen.
Mitglieder des Verbandes sind 145 von den insgesamt 150 Griechischen Gemeinden, mit ca. 60.000 ordentlichen Mitgliedern. Der Verband wird von einem 15köpfigen Vorstand geleitet, dessen 5k�figes Präsidium vertretungsberechtigt ist. Der Vorstand entscheidet bei Bedarf über die Bildung von Arbeitsgruppen. Die Arbeit des Vorstandes wird durch die ständigen Arbeitsgruppen (Referate) unterstützt. Er vertritt nicht nur die Interessen der bei ihm organisierten Griechischen Gemeinden, sondern der in der BRD lebenden rund 300.000 griechischen Migranten, unabhängig ihrer politischen oder religiösen Zugehörigkeit. Dies ist möglich geworden, weil die Wahlen sowohl im Verband als auch in den meisten Gemeinden mit dem Verhältniswahlsystem stattfinden.
Durch die gute enge Zusammenarbeit mit deutschen und griechischen Institutionen (Ministerien, Botschaft, Wohlfahrtsverbänden, Parteien), Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV), Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens sowie Journalisten, bringt er die Interessen der griechischen Migranten in die Öffentlichkeit und versucht Defizite auszuräumen.
Zu den originären Aufgaben des Verbandes (OEK) geh�t die Koordination der Aktivitäten seiner Mitglieder. Er steht allen Gemeinden, die sich an ihn wenden, unterstützend zur Verfügung.
Im Mittelpunkt seiner Aufgaben steht die politische Partizipation der GriechInnen in Deutschland. Seit dem 1. Januar 2000 haben die Griechen das Recht, die deutsche Staatsangehörigkeit zu erwerben ohne die griechische zu verlieren. Durch mehrere und vielfältige Aktionen (Seminare, Publikationen, örtliche Besuche etc.) leistet der Verband große überzeugungsarbeit, damit die Griechen von dieser Möglichkeit Gebrauch machen.
Im Bereich Jugendarbeit verfährt der Verband zweigleisig, da er einerseits das Ziel der sozialen Integration andererseits aber auch das Erlernen und die Pflege der Kultur des Herkunftslandes und der griechischen Sprache verfolgt. Denn gerade im Spannungsfeld unterschiedlicher Sprachen, Kulturen und Lebensauffassungen haben viele Jugendliche Probleme bei der Identitätsfindung und -entwicklung.
Auch bei der Frauenarbeit, die von der Frauen - AG des Verbandes mitgetragen wird, legt der Verband Wert auf den Austausch mit Frauen aus anderen Kulturkreisen. Die Frauen - AG entwickelt in Zusammenarbeit mit dem Vorstand die Grundlinien der Frauenarbeit. Sie legt auf die Emanzipation und Integration von griechischen Frauen besonderen Wert. Da griechische Frauen, wie Frauen in anderen Kulturkreisen auch, durch die klassische Frauenrolle sowie die Kindererziehung eher an das Haus gebunden und somit in ihrer Entwicklung eingeschränkt sind, hat der Verband spezielle Angebote für Frauen, damit sie den in der Emigration forcierten gesellschaftlichen Wandel mit vollziehen können und die durch Kulturunterschiede entstehenden Konflikte nicht die Familie auseinanderreißen. Griechische Emigrantinnen sollen durch die Maßnahmen der einzelnen Gemeinden sowie durch die übergreifenden Maßnahmen des Verbandes zu Selbstständigkeit und Selbstbewusstsein ermutigt werden.
Die Schulproblematik und die berufliche Zukunft der griechischen SchülerInnen hat große Priorität. Der Schulausschuss des Verbandes in Zusammenarbeit mit Eltern- und Lehrerverbänden sowie deutschen und griechischen Fachleuten und Institutionen (Gewerkschaften, Erziehungsabteilung in der Griechischen Botschaft in Berlin u.a.) trägt durch Tagungen, Seminare, Zeitungsartikeln maßgeblich dazu bei Lösungen für die vielfältigen schulischen Problemen zu finden.
Da auch die griechischen Arbeitnehmer zunehmend das Rentenalter erreichen, jedoch nicht mehr nach Griechenland zurückkehren k�nen oder wollen, bieten die Griechische Gemeinden in Zusammenarbeit mit dem Verband viele Unterhaltungsmöglichkeiten.
Besondere Bedeutung hat die Behandlung des Themas Rassismus und Fremdenfeindlichkeit und die damit verbundene Diskriminierung. Die Veranstaltungen in diesem Rahmen finden in Zusammenarbeit mit anderen Migrantenorganisationen statt und insbesondere im Rahmen der Bundesarbeitsgemeinschaft der Immigrantenverbände (BAGIV), bei der OEK Mitglied ist.
Seit November 1995 ist auf Initiative von OEK die Gründung eines Weltorgans - World Council of Hellenes Abroad (SAE) - nach jahrelanger Vorbereitung zustande gekommen. Die bisherige Bilanz ist positiv.
