Das Botschaftsgebäude

Die griechische Botschaft ist Ende August 1999 von Bonn in die Jägerstraße 54/55 am Gendarmenmarkt in Berlin-Mitte umgezogen und bleibt dort bis zur Fertigstellung des neuen Botschaftsgebäudes in Tiergarten.

Die griechische Botschaft im Tiergarten

Seit der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts bis in das frühe 20. jahrhundert entstand am Rande des Großen Tiergartens eine Kolonie mit großzügigen Villen. Alle bedeutenden preußischen Architekten dieser Zeit waren am Ausbau des Viertels beteiligt. Das Gebäude der griechischen Botschaft in Berlin zwischen der Hiroshimastraße 11 und der Hildebrandstraße 4 wurde von Robert Leibnitz, einem angesehenen Architekten, der ein renommiertes Architekturbüro führte (G. & C. Gause), anfänglich als eine Stadtvilla für den Fabrikanten Sigmund Bergmann 1911-12 errichtet. Das Gebäude verkörpert den Bautyp der neoklassizistischen Stadtvilla, die in dieser Form in Berlin sehr selten vertreten ist.

Seit 1920 (Erwerbsjahr der Villa) wurde das Gebäude bis zum II. Weltkrieg als Botschaft von Griechenland genutzt. 1948 wurde das Nachbargebäude in der Hiroshimastraße 13-15 (damals Graf-Spee-Str.) als Schenkung durch die damaligen Besitzer Paikos und Bostant-zoglou dem griechischen Staat überschrieben.

In der Nachkriegzeit wurde die Unterhaltspflicht von den britischen Alliierten wahrgenommen. Die Wohnung in der Hiroshimastraße war längere Zeit noch von einem ehemaligen Bediensteten der militärischen Gesandtschaft bewohnt. 1988 entstand ein Brandschaden des Dachstuhls durch Hausbesetzer.

Das neue Botschaftsgebäude

Das künftige Gebäude wird die Botschaftskanzlei und die Residenz sowie das griechische Generalkonsulat beherbergen. Diese funktionale Dreiteilung wird in der Ausarbeitung der Fassaden und der räumlichen Disposition sichtbar. So werden für die Bereiche der Bot-schaftskanzlei und der Botschafterresidenz die Räume und Fassaden der zerstörten Jugendstilaltbauten in ihrer ursprünglichen Wirkung und Dimension wieder aufgebaut, um den hohen Repräsentationszwecken einer Botschaft zu entsprechen. Der Bereich, der zukünftig als Generalkonsulat genutzt werden wird, erhält einen funktionalen und dennoch modernen Ausdruck.

Umweltschutzforderungen folgend, wurde ein energetisch hocheffizientes Ge¬bäude geplant. Durch Verwendung moderner Baumaterialien, durch neueste Heizungs- und Lüftungsanlagen ist ein Energieeinsparpotenzial von ca. 40 % im Vergleich zu konventionell erbauten Gebäuden erzielt worden. Neben der eingesetzten Photovoltaik- und Son-nenkollektoranlagen versieht eine innovative Betonkernaktivierungsanlage das gesamte Gebäude ganzjährig mit einer entsprechenden Grundtemperatur. Die zusätzlichen Heiz- und Kühlsysteme konnten daher wesentlich verkleinert werden.

Die bedeutendste Einrichtung, die allen anderen Parametern der Planung bevorsteht (ästhetischen, funktionellen und statischen), ist die Innenhofabdeckung mit einem Glasdach. Damit wird das Atrium zum Zentrum aller Aktivitäten.

Der alte Bereich der Botschaft wird im Inneren des Innenhofes erneuert, während die restliche (überstehende) Ansicht mit einer Glaswand, nach den Wiederherstellungsregeln, ergänzt wird. Die Botschaft dieses neuen Botschaftsgebäudes ist: die Tradition, die Geschichte und Kulturelle Verknüpfung, Griechenlands mit Berlin in den repräsentativen Gebäudeteilen aufzeigen und das Neue als Ausdruck des Fortschritts der griechischen Gesellschaft von heute innerhalb des modernen Europa sichtbar zu machen.